Montag, 9. Februar 2009

Meine neue Freundin "Ayla"


Ich habe jetzt eine neue Freundin. Sie heißt Ayla und ist gut 7 Monate alt. Ayla stammt aus dem Tierheim Dülmen, wo sie gut zweieinhalb Monate auf ein neues Zuhause gewartet hat. Kerstin hat sie auf der Homepage des Tierheims entdeckt, als sie nach Ginas Tod einfach mal schauen wollte, was in den Tierheimen so los ist. Natürlich hat sie nach einer neuen Kollegin für mich gesucht! Gina ist zwar noch gar nicht so lange über die Regenbogenbrücke verschwunden, aber ich sollte mich gar nicht erst daran gewöhnen, hier alleine die Chefin zu spielen. Ausserdem spiele ich ja nun wirklich gerne und sollte endlich mal eine Katzenfreundin bekommen, mit der ich richtig toben kann.


Das es so schnell geht - das haben wir alle hier nicht erwartet. Doch Ayla ging Kerstin nicht mehr aus dem Kopf und so haben sich meine Dosenöffner am Samstag zum Tierheim Dülmen aufgemacht, natürlich nicht ohne Transportkorb - man weiß ja nie! Sie haben sich die kleine Katzendame angesehen - und natürlich mitgebracht!

Unsere kleine Ayla ist wirklich sehr kurz nach Ginas Tod bei uns eingezogen. Ich finde das aber eigentlich nicht sehr schlimm, denn ich war mit Gina nie so ganz dicke befreundet. Außerdem wußten wir alle schon sehr lange, daß Gina an ihrer Nierener-krankung sterben würde. Im Laufe des letzten Jahres wurden ihre Werte schnell schlechter und Anfang Dezember sah es schon so aus, als würde Gina uns verlassen. Aber wir haben dann noch zwei recht gute Monate mit ihr verbracht, in denen wir alle uns von ihr verabschieden konnten. Als dann das Ende gekommen war, waren unsere Menschen schon sehr traurig. Andrerseits wußten sie aber auch, daß Gina eine richtig gute Zeit bei ihnen gehabt hat. Manchmal, wenn sie über Gina reden, hören sich die Stimmen meiner Menschen irgendwie anders an als sonst und sie haben feuchte, glitzernde Augen.



Nun aber wieder zu Ayla! Ein ungewöhnlicher Name, nicht wahr? Aber Kerstin kannte ihn von den Büchern von Jean M. Auel, in denen ein Mädchen bzw. eine junge Frau namens Ayla die Hauptrolle spielt. Sie lebte während der Eiszeit vor ca. 30 000 Jahren und hatte viele Abenteuer zu bestehen. Es gibt diesen Namen aber auch im richtigen Leben und dort bedeutet er soviel, wie "Lichtkreis um den Vollmond". Paßt irgenwie gut zu mir - Serafina, die ich ja den Engeln benannt bin.

Die Kleine ist erstmal unter unserem Oma-Schrank, einem Ungetüm aus den dreissiger Jahren, verschwunden, unter dem ich mich auch gerne versteckt habe. Dort hat sie nicht schlecht gestaunt über mein Spielzeug, das ich dort deponiert habe. Nach einiger Zeit fing Ayla dann auch zu spielen an - haben mir meine Menschen erzählt. Als ich ins Wohnzimmer gekommen bin, war sie schon auf Erkundungstour. Und ich war "not amoused".


Die wilde Kleine hat mich ganz schön erschreckt und dann genervt, so daß ich dann doch erstmal fauchen und knurren mußte. Und die ist mir trotzdem immer hinterher gelaufen - und hat mich sogar angesprungen! Ich ihr dann auch mal eine gelangt, aber ohne Krallen und ein wenig halbherzig, weil man ja Kinder nicht schlägt. Eigentlich ziehe ich mich vor Ayla lieber zurück, wenn sie zu wild spielen will. Das Ganze ist mir doch manchmal ein wenig suspekt. Kerstin sagt immer, ich solle der Kleinen doch zeigen, daß ich hier der Chef bin, und ich solle sie ein wenig erziehen. Ich kann das nicht! Aber eigentlich geht es ja jetzt auch schon ganz gut. Sie ist ja auch schon über eine Woche hier. Wir haben ja auch schon zusammen in Kerstins Bett und im Wohnzimmer übernachtet - aber schön der Reihe nach.

Letzte Woche Montag war unsere Dosenöffnerin mit dem Wirbelwind beim Tierarzt - naja, bei uns sind es Ärztinnen. Ayla mußte noch nachgeimpft werden. Bei der Gelegenheit haben sie gleich noch ein Fädchen der Kastrationsnarbe gezogen und mal die Ohren gereinigt. Irgendwie hat sich ein wenig Prütt und eine kleine Entzündung eingeschlichen. Jetzt bekommt Ayla auch jeden Tag Tropfen in die Ohren, was ihr gar nicht paßt, aber im nächsten Moment tobt sie schon wieder rum.


Nach dem Arztbesuch durfte Ayla dann auch in den Rest des Hauses - naja nicht ganz, denn bei uns gibt es schon eine Menge Zimmer, die sie erst nach und nach erkunden konnte, jetzt aber schon alle kennt. Nur in den Keller und den Garten dürfen meine neue Freundin und ich leider noch nicht.Der Keller ist aufgrund der Umbauarbeiten etwas chaotisch und nicht für eine kleine, neugierige Katze geeignet - tja, und der Garten muß noch eingezäunt werden. Außerdem ist Ayla ja auch erst eine Woche bei uns. Und ich bin auch kein so großer Freigänger, ich bin lieber mit meinen Menschen im Garten.

Kerstin ist viel im Arbeitszimmer, wo der Computer steht. Sie arbeitet dann an ihrer Homepage oder den Shops, wo sie ihre Bastelsachen verkauft. In dem Zimmer wohnen auch die Vögel, seit aus ihrem Zimmer ein Dialyseraum geworden ist. Wir Katzen dürfen natürlich auch mit ins Arbeitszimmer, wenn die Vögel in der Voliere sind, müssen aber lernen, daß die Piepmätze für uns tabu sind. Ich weiß das schon, aber Ayla muß es noch lernen, obwohl sie am Samstag ganz friedlich dort geschlafen hat.


Heute morgen ist die Kleine allerdings wieder sehr ungezogen. Kerstin schreib für mich gerade hier im Blog und Ayla hat sich mit ins Arbeitszimmer geschlichen. Zweimal hat sie schon am Käfig gehangen und ist dafür ordentlich ausgeschimpft worden. Aber sie wird es schon irgendwann lernen!Hier sieht man ja schon, daß sie auch im Vogelzimmer spielen kann, ohne an die Vögel zu denken. Wir haben nämlich gestern Stinkesäckchen mit Baldrian geschenkt bekommen - die Schwester unseres Dosenöffners hat sie genäht. Ich hab auch schon eins bespielt!


Unsere Dosenöffnerin Kerstin macht zuhause Dialyse. Sie hat in einem Zimmer eine Maschine stehen, an der sie mehrmal in der Woche abends angeschlossen ist. Dann wird ihr Blut gereinigt. Sie sitzt oder liegt dann die meiste Zeit auf einer speziellen Liege und liest oder schaut fern, und ich liege dann gerne auf ihrem Schoß oder auf den Füßen. Bilder dazu sind auf der Homepage. Da sieht man mich und Nicki, eine andere Katze meiner Menschen, während der Dialyse auf und unter der Decke bei Kerstin liegen.

Während der Dialyse und während die Maschine sich reinigt, macht sie natürlich Geräusche und auch die Schläuche wackeln manchmal. Das findet natürlich auch unser Spielkind interessant. Gestern nach der Dialyse hat sie sich die Maschine mal genauer angesehen. Um auch an die höheren Dinge ranzukommen, mußte Ayla allerdings auf einen Kanister klettern, in dem Flüssigkeit ist, die für die Dialyse benötigt wird.


Es gibt einige Katzen, die während der Dialyse bei ihren Menschen sind, hat mir Kerstin erzählt. Sie weiß das aus einem Forum für Menschen mit Nierenerkrankungen. Viele Leute dort, die zuhause Dialyse machen, haben Tiere, die schonmal vorbeischauen.

Auch fürs Fernsehen interessiert sich meine kleine Freundin. Hier schaut sie nach der Flimmerkiste im Dialysezimmer, aber auch das Fernsehen im wohnzimmer ist manchmal interessant - vor allem, wenn Tierfilme laufen. Gestern abend waren dort noch Löwen zu sehen, was Ayla auch toll fand. Gerade die Jagdszenen waren für sie der Renner!


Kerstin hat mir erzählt, daß die liebe Nicki, die 2007 im Alter von 14 Jahren nach kurzer Krankheit gehen mußte, auch ein großer Fan von Tiersendungen war. Sie hat sich hauptsächlich für Filme mit Vögeln interessiert. Aber an einem Heiligabend hörte sie im Fernsehen Cornelia Froboes die Weihnachtsgeschichte lesen. Das fand Nicki so toll, daß sie sich ganz andächtig vor den Fernseher gesetzt und zugehört hat.


Nach so einem anstrengenden Tag voller Abenteuer und Spiele geht Ayla dann im Wohnzimmer zu Ruhe und schläft auf einem Stuhl mit Kuschelkissen. Und auch ich brauche dann meine Ruhe. So ein Katzenkind ist nämlich ganz schön anstrengend!

Kommentare:

  1. Liebes Finchen, liebe Ayla, liebe Kerstin, habe diesen Blog mit Begeisterung gelesen. Hat das Frauchen ganz wunderbar gemacht, finde ich. Bin im Großen und Ganzen sprachlos und lese jetzt nochmal, weil´s so schön war! Liebe Grüße, Ilona

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  2. Ganz lieben Dank, liebe Ilona!

    Wir würden uns freuen, wenn Du gelegentlich mal vorbeischaust, weil es ja immer wieder neues bei uns gibt.

    Liebe Grüße

    Finchen, Ayla und Kerstin

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Ich freu mich über liebe Kommentare, auch in anderen Sprachen.