Mittwoch, 25. Februar 2009

Wir sind ein gutes Team!

Letzte Woche war Ayla krank. Es hat schon am Wochenende davor angefangen - ihre Augen wurden ganz klein und man konnte sogar die Nickhaut sehen. Sie hatte eine richtig deftige Bindehautentzündung. Trotzdem war die Kleine munter und verspielt, wenn auch ein bißchen weniger als sonst.

Unsere Menschen waren ein paar Mal mit Ayla beim Tierarzt - Antibiotika spritzen und eine Augensalbe eingeben. Auch zuhause haben unsere Dosenöffner versucht, ihr Antibiotika zu geben, doch das raffinierte kleine Biest hat es strikt abgelehnt. Weder mit Buko noch mit Hähnchen hat sie die Paste genommen. Auch das Einträufeln der Augensalbe war immer ein kleiner Kampf.



Doch nun hat Ayla das Ganze überstanden und wir beide toben gemeinsam durchs Haus. Ja, ich habe mich an die Kleine gewöhnt und hab jetzt richtig Spaß, daß ich so eine tolle Spielkameradin gefunden habe. Na gut, gefunden haben sie meine Menschen! Aber endlich habe ich eine Katzen-Kameradin, mit der ich so richtig spielen kann. Allerdings müssen wir diesen Katzenteenager aber auch noch erziehen, denn sie hat doch ganz schön Unsinn im Sinn!

Nach der Toberei legen wir uns dann gerne im Bett zur Ruhe. Ich verstecke mich dann gerne, damit mich unsere Menschen und auch Ayla nicht so schnell finden. Ich glaube aber, es nützt nicht so viel!




Im Moment bastelt Kerstin schon österliche Deko - Ostereier mit Pailletten drauf. Das findet Ayla natürlich so richtig interessant! Das ist für sie wieder neues Spielzeug, denn die Eier kullern so schön über das Laminat. Aber auch die Styropor-Rohlinge sind toll, weil sie die so schön herumtragen kann.



Ayla hat inzwischen auch herausgefunden, daß man gut mit Kerstin zusammen auf der Liege kuscheln kann, wenn sie Dialyse macht. Also kuscheln wir alle zusammen dort, wenn unsere Menschen es erlauben. Es geht nicht immer, weil Kerstin es manchmal nicht haben kann, wenn wir Katzen uns so breit machen.

Aber auch, wenn sie uns nicht im Dialyse-Zimmer haben möchte, ist das nicht so schlimm. Dann suchen wir uns halt andere Plätzchen zum Ruhen oder beobachten unseren Dosenöffner Dieter.

Montag, 16. Februar 2009


Unsere Ayla ist eine richtige Spielekatze! Naja, sie ist ja auch noch ein Kind. Und Kinder spielen mit Stofftieren. Auch Ayla hat die Stofftiere entdeckt, die unsere Menschen wegen der Renovierungen in Plastiksäcken im Arbeitszimmer lagern.

Sie hat einen Fuchs aufgespürt,


ihn erlegt



und mit ihm gespielt.



Auch im Wohnzimmer haben unsere Menschen einige Stofftiere - mehrere Katzen haben bis vor kurzem mit auf der Couch gesessen. Nun schauen sie sich das Ganze vom Schrank aus an, denn auch diese Katzen waren vor Ayla nicht sicher. Und Kerstin findet, daß nicht von Ayla bespielt werden sollten, weil es zu schade wäre, wenn sie kaputt gingen.


Ayla mit einem kleinen Stoffkätzchen



Ich liege gerne mit Kerstin auf der Dialyse-Liege, wenn sie dialysiert. Mal liege ich auf ihrem Schoss, dann auch neben den Füssen. Früher war auch die liebe Nicki dabei, jetzt hat sich auch Ayla diesen Platz erobert.



Die Tage waren wir zu zweit dort, gestern war nur Ayla bei Kerstin und ich im Arbeitszimmer. Aber Ayla brauchte gestern auch Zuspruch, denn sie hat seit Freitag eine ziemlich deftige Bindehautentzündung. Kerstin war mit ihr am Samstag noch beim Tierarzt und hat eine Salbe mitgebracht, die morgens und abends in die Augen kommt. Das gefällt der Kleinen gar nicht, muss aber sein, damit sie bald wieder richtig gucken kann. Zusätzlich gibt Kerstin ihr auch noch Euphrasia-Kügelchen - dreimal am Tag bekommt sie die in Buko und freut sich über die Leckerei!

Ansonsten geht es unserem Wirbelwind aber gut - sie flitzt durch das Haus und ist immer zu Streichen aufgelegt. Vor allem die Vögel ärgert sie gerne. Aber auch, wenn Kerstin am Computer arbeitet ist Ayla dabei. Es macht ihr einen Mordsspaß, den Cursor auf dem Bildschirm zu jagen.


Montag, 9. Februar 2009

Meine neue Freundin "Ayla"


Ich habe jetzt eine neue Freundin. Sie heißt Ayla und ist gut 7 Monate alt. Ayla stammt aus dem Tierheim Dülmen, wo sie gut zweieinhalb Monate auf ein neues Zuhause gewartet hat. Kerstin hat sie auf der Homepage des Tierheims entdeckt, als sie nach Ginas Tod einfach mal schauen wollte, was in den Tierheimen so los ist. Natürlich hat sie nach einer neuen Kollegin für mich gesucht! Gina ist zwar noch gar nicht so lange über die Regenbogenbrücke verschwunden, aber ich sollte mich gar nicht erst daran gewöhnen, hier alleine die Chefin zu spielen. Ausserdem spiele ich ja nun wirklich gerne und sollte endlich mal eine Katzenfreundin bekommen, mit der ich richtig toben kann.


Das es so schnell geht - das haben wir alle hier nicht erwartet. Doch Ayla ging Kerstin nicht mehr aus dem Kopf und so haben sich meine Dosenöffner am Samstag zum Tierheim Dülmen aufgemacht, natürlich nicht ohne Transportkorb - man weiß ja nie! Sie haben sich die kleine Katzendame angesehen - und natürlich mitgebracht!

Unsere kleine Ayla ist wirklich sehr kurz nach Ginas Tod bei uns eingezogen. Ich finde das aber eigentlich nicht sehr schlimm, denn ich war mit Gina nie so ganz dicke befreundet. Außerdem wußten wir alle schon sehr lange, daß Gina an ihrer Nierener-krankung sterben würde. Im Laufe des letzten Jahres wurden ihre Werte schnell schlechter und Anfang Dezember sah es schon so aus, als würde Gina uns verlassen. Aber wir haben dann noch zwei recht gute Monate mit ihr verbracht, in denen wir alle uns von ihr verabschieden konnten. Als dann das Ende gekommen war, waren unsere Menschen schon sehr traurig. Andrerseits wußten sie aber auch, daß Gina eine richtig gute Zeit bei ihnen gehabt hat. Manchmal, wenn sie über Gina reden, hören sich die Stimmen meiner Menschen irgendwie anders an als sonst und sie haben feuchte, glitzernde Augen.



Nun aber wieder zu Ayla! Ein ungewöhnlicher Name, nicht wahr? Aber Kerstin kannte ihn von den Büchern von Jean M. Auel, in denen ein Mädchen bzw. eine junge Frau namens Ayla die Hauptrolle spielt. Sie lebte während der Eiszeit vor ca. 30 000 Jahren und hatte viele Abenteuer zu bestehen. Es gibt diesen Namen aber auch im richtigen Leben und dort bedeutet er soviel, wie "Lichtkreis um den Vollmond". Paßt irgenwie gut zu mir - Serafina, die ich ja den Engeln benannt bin.

Die Kleine ist erstmal unter unserem Oma-Schrank, einem Ungetüm aus den dreissiger Jahren, verschwunden, unter dem ich mich auch gerne versteckt habe. Dort hat sie nicht schlecht gestaunt über mein Spielzeug, das ich dort deponiert habe. Nach einiger Zeit fing Ayla dann auch zu spielen an - haben mir meine Menschen erzählt. Als ich ins Wohnzimmer gekommen bin, war sie schon auf Erkundungstour. Und ich war "not amoused".


Die wilde Kleine hat mich ganz schön erschreckt und dann genervt, so daß ich dann doch erstmal fauchen und knurren mußte. Und die ist mir trotzdem immer hinterher gelaufen - und hat mich sogar angesprungen! Ich ihr dann auch mal eine gelangt, aber ohne Krallen und ein wenig halbherzig, weil man ja Kinder nicht schlägt. Eigentlich ziehe ich mich vor Ayla lieber zurück, wenn sie zu wild spielen will. Das Ganze ist mir doch manchmal ein wenig suspekt. Kerstin sagt immer, ich solle der Kleinen doch zeigen, daß ich hier der Chef bin, und ich solle sie ein wenig erziehen. Ich kann das nicht! Aber eigentlich geht es ja jetzt auch schon ganz gut. Sie ist ja auch schon über eine Woche hier. Wir haben ja auch schon zusammen in Kerstins Bett und im Wohnzimmer übernachtet - aber schön der Reihe nach.

Letzte Woche Montag war unsere Dosenöffnerin mit dem Wirbelwind beim Tierarzt - naja, bei uns sind es Ärztinnen. Ayla mußte noch nachgeimpft werden. Bei der Gelegenheit haben sie gleich noch ein Fädchen der Kastrationsnarbe gezogen und mal die Ohren gereinigt. Irgendwie hat sich ein wenig Prütt und eine kleine Entzündung eingeschlichen. Jetzt bekommt Ayla auch jeden Tag Tropfen in die Ohren, was ihr gar nicht paßt, aber im nächsten Moment tobt sie schon wieder rum.


Nach dem Arztbesuch durfte Ayla dann auch in den Rest des Hauses - naja nicht ganz, denn bei uns gibt es schon eine Menge Zimmer, die sie erst nach und nach erkunden konnte, jetzt aber schon alle kennt. Nur in den Keller und den Garten dürfen meine neue Freundin und ich leider noch nicht.Der Keller ist aufgrund der Umbauarbeiten etwas chaotisch und nicht für eine kleine, neugierige Katze geeignet - tja, und der Garten muß noch eingezäunt werden. Außerdem ist Ayla ja auch erst eine Woche bei uns. Und ich bin auch kein so großer Freigänger, ich bin lieber mit meinen Menschen im Garten.

Kerstin ist viel im Arbeitszimmer, wo der Computer steht. Sie arbeitet dann an ihrer Homepage oder den Shops, wo sie ihre Bastelsachen verkauft. In dem Zimmer wohnen auch die Vögel, seit aus ihrem Zimmer ein Dialyseraum geworden ist. Wir Katzen dürfen natürlich auch mit ins Arbeitszimmer, wenn die Vögel in der Voliere sind, müssen aber lernen, daß die Piepmätze für uns tabu sind. Ich weiß das schon, aber Ayla muß es noch lernen, obwohl sie am Samstag ganz friedlich dort geschlafen hat.


Heute morgen ist die Kleine allerdings wieder sehr ungezogen. Kerstin schreib für mich gerade hier im Blog und Ayla hat sich mit ins Arbeitszimmer geschlichen. Zweimal hat sie schon am Käfig gehangen und ist dafür ordentlich ausgeschimpft worden. Aber sie wird es schon irgendwann lernen!Hier sieht man ja schon, daß sie auch im Vogelzimmer spielen kann, ohne an die Vögel zu denken. Wir haben nämlich gestern Stinkesäckchen mit Baldrian geschenkt bekommen - die Schwester unseres Dosenöffners hat sie genäht. Ich hab auch schon eins bespielt!


Unsere Dosenöffnerin Kerstin macht zuhause Dialyse. Sie hat in einem Zimmer eine Maschine stehen, an der sie mehrmal in der Woche abends angeschlossen ist. Dann wird ihr Blut gereinigt. Sie sitzt oder liegt dann die meiste Zeit auf einer speziellen Liege und liest oder schaut fern, und ich liege dann gerne auf ihrem Schoß oder auf den Füßen. Bilder dazu sind auf der Homepage. Da sieht man mich und Nicki, eine andere Katze meiner Menschen, während der Dialyse auf und unter der Decke bei Kerstin liegen.

Während der Dialyse und während die Maschine sich reinigt, macht sie natürlich Geräusche und auch die Schläuche wackeln manchmal. Das findet natürlich auch unser Spielkind interessant. Gestern nach der Dialyse hat sie sich die Maschine mal genauer angesehen. Um auch an die höheren Dinge ranzukommen, mußte Ayla allerdings auf einen Kanister klettern, in dem Flüssigkeit ist, die für die Dialyse benötigt wird.


Es gibt einige Katzen, die während der Dialyse bei ihren Menschen sind, hat mir Kerstin erzählt. Sie weiß das aus einem Forum für Menschen mit Nierenerkrankungen. Viele Leute dort, die zuhause Dialyse machen, haben Tiere, die schonmal vorbeischauen.

Auch fürs Fernsehen interessiert sich meine kleine Freundin. Hier schaut sie nach der Flimmerkiste im Dialysezimmer, aber auch das Fernsehen im wohnzimmer ist manchmal interessant - vor allem, wenn Tierfilme laufen. Gestern abend waren dort noch Löwen zu sehen, was Ayla auch toll fand. Gerade die Jagdszenen waren für sie der Renner!


Kerstin hat mir erzählt, daß die liebe Nicki, die 2007 im Alter von 14 Jahren nach kurzer Krankheit gehen mußte, auch ein großer Fan von Tiersendungen war. Sie hat sich hauptsächlich für Filme mit Vögeln interessiert. Aber an einem Heiligabend hörte sie im Fernsehen Cornelia Froboes die Weihnachtsgeschichte lesen. Das fand Nicki so toll, daß sie sich ganz andächtig vor den Fernseher gesetzt und zugehört hat.


Nach so einem anstrengenden Tag voller Abenteuer und Spiele geht Ayla dann im Wohnzimmer zu Ruhe und schläft auf einem Stuhl mit Kuschelkissen. Und auch ich brauche dann meine Ruhe. So ein Katzenkind ist nämlich ganz schön anstrengend!

Aus "Ginas Blog" wird "Finchens Blog"

In Ginas Blog ist lange nichts geschrieben worden, und das hat seinen Grund! Gina war lange schwerkrank und ist gestern über die Regenbogenbrücke gegangen. Darum werde ich -Serafina Seidenfell, genannt Finchen - Ginas WebLog übernehmen und hier immer wieder mal schreiben.

Ginas Krankheit war auch der Grund, warum hier so lange Funkstille herrschte. Gina war ja nierenkrank seit sie in unserer Famile aufgenommen wurde. Aber das hat man zunächst nur an den Blutwerten gemerkt. Gina war bis zum letzten Jahr eine richtig aktive Freigängerkatze mit allem, was dazugehört. Sie hat gerne und erfolgreich gejagt und hat ein richtig erfülltes Katzenleben gelebt. Nach dem Tod ihrer Freundin Nicki ist sie häuslicher geworden und auch schmusiger gegenüber unseren Menschen.

Im letzten Jahr war Gina auch nicht mehr so aktiv wie früher. Ihre Nieren haben immer schlechter gearbeitet und so haben sich immer mehr Giftstoffe in Ginas Körper abgelagert. Anfang Dezember ging es ihr dann wirklich schlecht und unsere Menschen haben sie zum Tierarzt gebracht, wo sie 3 Tage stationär bleiben musste. Sie bekam dort Infusionen mit Ringerlösung, damit die Giftstoffe verdünnt und ausgespült wurden. Es hat ihr richtig gut getan undsie war bis Ende des Jahres leidlich gut drauf. Aber kurzvor dem Jahreswechsel ging es Gina wieder schlechter und es musste wieder subkutan Flüssgkeit gegeben werden.Auch diese Behandlung hat meine Kollegin wieder gut auf die Beine gebracht.

Letzte Woche aber wurde es wieder schlechter und unsere Menschen sind mit ihr wieder zum Tierarzt, doch leider haben die Infussionen nicht mehr richtig angeschlagen. Nach dem Wochenende ging es Gina immer schlechter. Weil Gina keine Katze ist, die sich dauerhaft von ihren eigenen Menschen behandeln läßt, haben diese schon lange vorher beschlossen, meine Freundin aus ein paar Krisen wieder herauszuholen, ihr Leben aber nicht mit stressigen Behandlungen zu verlängern. Und nachdem Gina am Mittwoch nur noch im Regal gelegen hat und sich die Situation gestern verschlimmerte, haben unsere Menschen sich dafür entschieden, ihr weitere Leiden zu ersparen.

Sie ist nach der Narkosespritze friedlich eingeschlafen, immer liebevoll gestreichelt und begleitet von Kerstin und Dieter, die dann auch bei der letzten Spritze dabei waren. Heute nachmittag soll Gina in ihrem geliebten Garten neben ihrer Freundin Nicki und ihrer Vorgängerin Dalia beerdigt werden. Ich werde diese Zeremonie dann überwachen, damit alles seine Richtigkeit hat.

Ginas Blog habe ich jetzt übernommen, Geschichten aus Ginas Leben wird es in Zukunft unter der Rubrik "Geschichten" im Homepageteil "Katzen" geben. Kerstin hat mir versprochen, wieder Geschichten über uns Katzen zu schreiben.Es gibt doch noch soviel von uns zu erzählen!

Hier der einzige Beitrag, den Gina in ihrem Blog, der ihr Tagebuch auf unserer Homepage ablösen sollte, geschrieben hat:


Ich heiße Gina - wie der Name des Blogs schon sagt - und bin eine schwarzweiße Hauskatze. Ich bin neun Jahre alt, sehe aber immer noch genauso gut aus, wie auf dem Foto, welches schon ein paar Jahre alt ist.

Ich bin im Tierheim geboren und erst im Alter von 1,5 Jahren zu meiner jetzigen Familie gekommen. Sie haben mich herausgeholt, damit ich nach dem Tod ihrer ersten Katze Dalia eine neue Spielgefähr- tin für die einsame Nicki sein sollte. Nicki und ich sind gute Freundinnen geworden. Leider ist sie im Sommer 2007 im Alter von 14 Jahren gestorben.

Seit Juli 2006 ist meine jetztige Katzengefährtin bei uns. Sie stammt aus Bayern, wo sie an einer Futterstelle für Streuner zugelaufen ist. Unsere Dosenöffnerin Kerstin ist auf Finchen im Internet aufmerksam geworden und hat sie zu uns geholt, womit ich zu Anfang gar nicht einverstanden war.


Finchen - oder auch Serafina - ist jetzt drei Jahre alt und noch so richtig verspielt. Allerdings hab auch ich gegen ein Spielchen mit der Katzenangel ab und an nichts einzuwenden. So richtig intime Katzenfreun-dinnen sind wir beide nicht geworden - Finchen nimmt mir bis heute übel, daß ich ihr kurz nach ihrer Ankunft ordentlich die Leviten gelesen habe. Ich war zuerst wütend über diesen neuen Eindringling in meinem ureigensten Revier. Dann habe ich Finchen aber doch geduldet.

Nach Nickis Tod sind wir uns jetzt doch etwas näher gekommen, auch wenn es nicht die totale Katzenfreundschaft ist. Wir schaffen es sogar manchmal, sehr nah beieinander auf der Couch zu liegen. und zu schlafen. Außerdem spielen wir auch gelegentlich im Garten zusammen.


Wir Katzen leben mit ein paar Kanarienvögeln und zwei Menschen zusammen, die sich um unser Wohlergehen kümmern.


Da ist zuerst Kerstin, die unsere eigentliche Bezugsperson ist. Sie kümmert sich ums Futter und das Wasser, welches ich wegen meiner Nierenerkrankung in großer Menge brauche. Sie schmust mit uns und macht auch die ungeliebten Tierarztbesuche mit uns. Sie versteht uns wirklich gut und merkt schnell, wenn etwas nicht in Ordnung ist.
Dieter ist aber auch unser Freund, mit dem wir schmusen und den wir auch um Futter bitten können. Er kümmert sich auch um unsere Toiletten, in denen aber selten etwas zu finden ist, weil wir meist draußen unser Geschäft erledigen. Er ist manchmal ein wenig ruppig mit uns Katzen, aber wir mögen ihn trotzdem.

Finchen und ich haben es bei unseren Menschen wirklich gut getroffen. Sie haben viel Geduld mit uns gehabt, denn wir waren zu Anfang doch sehr scheu und hatten gar keine Lust auf Kontakt zu Menschen, geschweigedenn Streicheleinheiten. Bei Finchen hat das Auftauen ein paar Wochen gedauert, ich habe die Geduld unserer beiden sehr viel länger strapaziert.
Nach einem halben Jahr durfte Kerstin mich vorsichtig streicheln - und selbst dann nur im Beisein von Nicki. Sie hat glatt ein paar Tränchen verdrückt vor Freude. Von da an habe ich ihr ab und an ein paar Streicheleinheiten gegönnt - Dieter mußte noch sehr viel länger warten. Ich habe ihm sehr, sehr lange nicht getraut, weil er mich ganz zu Anfang immer für die Tierarztbesuche eingefangen hat.

Nach Nickis Tod im letzten Jahr vermisse ich die kuschelige Nähe meiner Freundin und auch Finchen kann und will die Lücke nicht füllen. Darum suche ich jetzt oft die Nähe meiner menschlichen Familienmitglieder. Ich mache es ihnen sogar einfach und springe auf den Tisch, damit sie sich nicht bücken müssen - und damit ich beim Köpfchengeben auf Augenhöhe bin. Für längeres Schmusen allerdings erwarte ich dann hinterher ein Leckerchen oder meine Futterration.

Zur Familie gehören noch 5 Kanarienvögel - Kanarienpapa mit seinen 4 Söhnen. Wenn die Voliere geschlossen ist, dürfen wir Katzen auch ins Arbeitszimmer, wo die Vögel leben. Mich interessieren die Burschen nicht mehr so, obwohl ich in meiner Jugend eine große Vogelfängerin war. Finchen - im Jagen draußen eine Null - dagegen hat immer ein Auge auf die Piepser und möchte dran. Kerstin schimpft dann immer sehr mit ihr. Aber alle Katzen hier haben gelernt, die Vögel weitestgehend in Ruhe zu lassen - von kleinen Zwischenfällen mal abgesehen!

So, jetzt brauch ich ein wenig Ruhe! In meinem Alter darf das auch sein! Ich ziehe mich jetzt in meine Kratzbaumhöhle zurück und mache ein Nickerchen. Kerstin wird hier alles ins Netz stellen und auf unserer Homepage eintragen.