Montag, 18. Oktober 2010

Biodiversität und Biopiraterie

Heute Mittag haben Kerstin und ich das Mittagsmagazin geschaut und erfahren, dass heute die Konferenz zur biologischen Vielfalt im japanischen Nagoya beginnt. Ob diese wirklich etwas bewirkt? Oder geht auch sie wie das Hornberger Schiessen aus? Ich fürchte, es wird wieder die Ökonomie über die Ökologie siegen und schöne Absichtserklärungen verlaufen im Sande. Infomationen zur Konferenz gibt es hier.

Im Zusammenhang mit dieser Konferenz wurde ein Film über einen kleinen Ort namens Wuppertal - wie der Geburtsort von Kerstin und wohl von Missionaren aus dem deutschen Wuppertal gegründet -  in Südafrika gezeigt. In diesem Ort wird auch Rooibush geerntet. Jetzt will Nestlé Patente auf Rooibush anmelden - so wie solche Firmen auch Patente auf Tiere anmelden - und macht die kleinen Manufakturen dort kaputt, sogar gegen Gesetze. Den Video-Beitrag zum Thema findet Ihr hier. Nachlesen könnt Ihr es dort.

Ich finde es schrecklich, dass Chemiekonzerne Patente auf Tiere und Pflanzen und auch auf Menschen (!) erwerben können, um damit fett Kohle zu machen! Wen´s interessiert: Patente auf Leben.

Aber was können wir Katzen schon dagegen machen, ausser keine Produkte dieser Firmen zu essen - quasi als mündige Haustiere mit dem Kaufverhalten abzustimmen? Vielleicht wäre es doch gut, wenn wir Katzen regieren würden. Darum also "Katzen an die Macht - mit sanftem Schnurren und eiserner Kralle"! Und Miss Kitty in Kalifornien macht den Anfang.  ;-))

Nachtrag: Der erste Fall, durch den wir auf diesen Patentwahnsinn aufmerksam geworden sind, war ein Beitrag über Monsanto und deren Patente auf verschiedene Tiere und Pflanzen. Eine interessante Seite scheint mir hier:
No Patents on Seeds - Keine Patente auf Saatgut und Nutztiere.

Kommentare:

  1. Hallo Kerstin,
    na das ist ja einmal ein kritischer beitrag, den find ich echt gut.
    dass es sowas überhaupts gint- Patente auf Tiere und Pflanzen hätte ich nie gedacht.
    Ist ja eine bodenlose Frechheit, sich die Natur dermaßen negativ zunutze zu machen und auszubeuten.
    Hab momentan wenig Zeit, aber diese Seiten les ich mir noch ganz genau durch...
    Danke und liebe Grüße

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  2. Wer hat's erfunden? "die Schweizer". So kommt's mir vor nur mit umgekehrten Vorzeichen. Mir ist ehrlich gesagt nicht begreiflich, wie so etwas möglich ist. Die, die die Patente vergeben, müßten doch ein Auge drauf haben. Liegt es daran, das die Südafrikaner keine Lobby haben? Kann ich mir nicht vorstellen. Keiner käme auf die Idee, den Chinesen ihre traditionellen TCM-Rezepte abspenstig zu machen und gar ein Patent drauf anzumelden. Kein Konzern sonstwo auf der Welt erforscht deutsche Feld, Wald- und Wiesenkamille und meldet ein Patent für eine Gurgellösung an. Aber ein traditionelles afrikanisches Heilmittel ist Freiwild? Komisch. Oder wissen wir wieder nur um die halbe Wahrheit?
    LG Christiane

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